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Arbeitspapier · In Arbeit

Kommerzielle Abhängigkeit und die Steuerung grenzüberschreitender Mobilität

M. A. Saadan Qasmani und R. Kutay Karaca


Abstract

Staaten warben internationale Studierende einst als Instrumente des Einflusses an; zunehmend werben sie sie als Einnahmequelle an. Dieser Beitrag argumentiert, dass die Kommerzialisierung der internationalen Hochschulbildung ein strukturelles Sicherheitsproblem erzeugt hat, das der vorherrschende Soft-Power-Rahmen nicht wahrnehmen kann. Da Universitäten in vielen Staaten für einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen von internationalen Studiengebühren abhängig geworden sind — häufig konzentriert auf Studierende aus einem einzigen, mitunter rivalisierenden Staat —, ist diese finanzielle Abhängigkeit zu einer Verwundbarkeit nationaler Souveränität geworden: eine Form von Hebelwirkung, eine Quelle systemischer Fragilität und eine Aushöhlung staatlicher Kontrolle über eine kritische Wissensinfrastruktur. Gestützt auf die internationale Dependenztradition und die Versicherheitlichungstheorie fasst der Beitrag die entstehende Dynamik als Versicherheitlichung kommerzieller Abhängigkeit und veranschaulicht sie an drei Fällen (Vereinigtes Königreich, China und Türkiye). Er argumentiert weiter, dass die Einflusslogik, die weiterhin zur Rechtfertigung offener Mobilität angeführt wird, auf einem kausalen Mechanismus beruht — Kontakt erzeugt Zuneigung —, dessen Wirksamkeitsbedingungen erheblich erodiert sind. Die internationale Studierende steht damit im Schnittpunkt dreier staatlicher Imperative — Einnahmen, Einfluss und Sicherheit —, die nicht mehr zusammenpassen. Der Beitrag schließt, dass die Steuerung grenzüberschreitender Mobilität zur Verwaltung eines Widerspruchs geworden ist, den Staaten selbst geschaffen haben und nicht auflösen können.

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Inoffizielle Übersetzung. Das veröffentlichte Abstract ist auf Englisch.

Security, Sovereignty, and the International Student

Commercial Dependence and the Governance of Cross-Border Mobility

States once recruited international students as instruments of influence; increasingly, they recruit them as sources of revenue. This paper argues that the commercialisation of international higher education has generated a structural security problem that the dominant soft-power framework is unable to perceive. As universities in many states have come to depend on international tuition for a substantial share of their income, frequently concentrated in students from a single, sometimes rival, state, this financial dependence has become a vulnerability of national sovereignty: a form of leverage, a source of systemic fragility, and an erosion of state control over a critical knowledge infrastructure. Drawing on the international dependency tradition and securitisation theory, this paper conceptualises the resulting dynamic as the securitisation of commercial dependence, and illustrates it through three cases (the United Kingdom, China, and Türkiye). It further argues that the influence rationale still invoked to justify open mobility rests on a causal mechanism, exposure producing affinity, whose conditions of efficacy have substantially eroded. The international student is thus positioned at the intersection of three state imperatives, revenue, influence, and security, that no longer cohere. The paper concludes that the governance of cross-border mobility has become the management of a contradiction that states created and cannot resolve.

Schlagwörter

  • Versicherheitlichung
  • Souveränität
  • grenzüberschreitende Mobilität

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